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U.D.O. - Live - Back To The Roots
Label: AFM Records |
Für alle Nostalgiker, Gegenwarts-Verweigerer oder jene die sagen, damals war einfach alles besser, hat ein gewisser Udo Dirkschneider genau das Richtige. Er nennt das Ganze „Live - Back To The Roots“ und serviert 26 ACCEPT Klassiker unter U.D.O., aufgenommen am 2. April diesen Jahres in Memmingen. Heimspiel. Dem Hörer öffnet sich wahrlich eine Zeitmaschine in die Geschichte der Teutonen Rocker. Welch schier unerschöpfliches Reservoir diese grandiose Band ihr Eigen nennen kann weiß man erst, wenn man die Nummern vor sich sieht oder sich das neueste Doppel-Album des Altmeisters einverleibt. Und um das Ganze noch etwas nostalgischer zu gestalten soll dies das letzte Mal sein, dass Udo sich mit dem Kapitel ACCEPT beschäftigt hat.
Songtechnisch bleiben keine Wünsche offen, „Starlight“ startet nach kurzem Intro gleich fulminant los und eröffnet den musikalischen Abend. Udo Dirkschneider klingt stimmlich wie eben Udo Dirkschneider kling, es passt vielleicht nicht jeder Ton perfekt und gesanglich gibt es ein paar die es wohl besser können, doch was der Bursche mit seinen 64 Lenzen noch leistet ist großartig. Die Energie und Freude bei Klassikern a la „London Leatherboys“, „Head Over Heels“ oder das laut mitgesungene „Princess Of The Dawn“, die alle selbst nach einigen Jahrzehnten nichts von ihrer Energie verloren haben, macht schon Freude.
Die Stimmung im Saal ist richtig gut, Udo unterhält sich laufend mit den Anwesenden, motiviert und ist gut gelaunt. Seine Mitstreiter halten sich zurück und überzeugen mit überragender Handwerkskunst. Ganz klar, wer hier im Mittelpunkt steht. Am Schlagzeug sitzt seit kurzem übrigens ein gewisser Sven Dirkschneider, seines Zeichens Sohn des berühmten Sängers und dieser hat auch Talent.
Keine Zeit zum Verschnaufen, Udo ackert sich durch die Bandhistorie und sämtliche Alben von ACCEPT kommen an die Reihe. „Restless And Wild“ geht wie gewohnt ordentlich ab genau wie „Losers And Winners“ oder - na klar - „Metal Heart“ mit seinem Klassik-Touch, das wohl schon als Hymne bezeichnet werden kann. Wer noch nach zwei Stunden Geschichtsunterricht in Sachen Metal stehen kann, der darf bei „Fast As A Shark“ seine Mähne kreisen lassen, ehe die Stimmbänder bei „Balls To The Wall“ langsam den Geist aufgeben (was wäre ein ACCEPT Gig ohne diesen Song?). Ich sagte doch, dass diese Jungs ordentlich Kracher in petto haben. Als Rausschmeißer fungiert „Burning“, ehe ein kurzes Outro die Gemüter abkühlen lässt.
Somit ein gelungener Abschuss eines langen und erfolgreichen Kapitels deutscher Musikgeschichte, zelebriert an einem leicht traurigen melancholischen Abend. Udo bleibt uns hoffentlich noch lange in dieser Form erhalten, auch wenn er sich nun anderen Aufgaben widmet. Und wer die massige kleine Frontsau kennt, der weiß, es ist noch lange nicht Schluss.
www.udo-online.com
Keine Bewertung
Tracklist: 1. Intro 2. Starlight 3. Living For Tonite 4. Flash Rockin’ Man 5. London Leatherboys 6. Midnight Mover 7. Breaker 8. Head Over Heels 9. Neon Night 10. Princess Of The Dawn 11. Winterdreams 12. Restless And Wild 13. Son Of A Bitch 14. Up To The Limit 15. Wrong Is Right 16. Midnight Highway 17. Screaming For A Love-bite 18. Monsterman 19. T.V. War 20. Losers And Winners 21. Metal Heart 22. I’m A Rebel 23. Fast As A Shark 24. Balls To The Wall 25. Burning 26. Outro Gesamtspielzeit: 131:31
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Beitrag vom 20.10.2016 Zurück
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